Erfahrungsexpert*innen

Willkommen bei unserem Netzwerk von Erfahrungsexpert*innen in eigener Sache! Hier stellen sich Menschen mit Behinderungen vor, die offen aus ihrem Leben berichten – authentisch und direkt. Wie und zu welchen Themen Vereine, Organisationen, Gruppen oder Schulen Expert*innen in eigener Sache buchen können, erfahren Sie hier.

Erfahrungsexpert*innen erzählen aus ihrem Leben

Oft bleiben Fragen zum Thema „Leben und Arbeiten mit Behinderungen“ unausgesprochen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Dahinter können Unsicherheit, Unwissen oder ein falsches Verständnis von Höflichkeit stecken.

Die hier aufgelisteten Erfahrungsexpert*innen geben Einblicke in ihr Leben. Sie beantworten Ihre Fragen zu den Themen Behinderung, Inklusion oder Teilhabe. Im persönlichen Gespräch bekommen die Zuhörer*innen Einblicke, die über theoretisches Wissen hinausgehen. Nutzen Sie die Möglichkeit des Lernens und des Austauschs und treffen Sie Menschen, die Sie sonst nie kennengelernt hätten.

Das Projekt „Erfahrungsexpert*innen erzählen aus ihrem Leben“ ist eine Maßnahme des 3. Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

So funktioniert es

Sie haben die Möglichkeit, als Gruppe eine* Erfahrungsexpert*in oder Gruppen-Termine bei Einrichtungen zu buchen. Vor Ort können Sie sich dann mit ihrer Gruppe mit Menschen mit Expert*innenwissen austauschen.

In den einzelnen Profilen der Erfahrungsexpert*innen und Einrichtungen finden Sie Kontaktdaten. Darüber können Sie direkt eine Anfrage stellen und ein Gespräch vereinbaren.

Unser Leitfaden für Buchende verrät, worauf Sie bei einer Buchung achten müssen.

Hier finden Sie den Leitfaden für Buchende.

Nach dem gebuchten Termin bitten wir Sie, einen Rückmeldebogen auszufüllen und uns per E-Mail an inklusion.soz@muenchen.de zu schicken.

Hier finden Sie den Rückmeldebogen.

Erfahrungsexpert*innen

Foto Mirko Bialas

Person
Mein Name ist Mirko Bialas. Ich bin 50 Jahre alt und seit über dreißig Jahren psychiatrieerfahren (seelische Behinderung). Ich bin Geschäftsführer der Münchner Psychiatrie-Erfahrenen (MüPE) e. V.

Angebot
Gerne stelle ich mich in einem Gespräch Ihren interessierten Fragen. Dabei können folgende Themen eine Rolle spielen:

  • die Ursachen meiner seelischen Behinderung
  • meine Genesungserfahrung
  • was ich über den Komplex „Krankheit“, Gesundheitsfürsorge und Angehörige und über die Beschäftigung von Menschen mit einer seelischen Behinderung denke
  • welche Lehren ich aus meinen Erfahrungen für eine eventuelle Prävention in der Gesellschaft und für die Resilienz von Einzelpersonen ziehe

Einschränkungen

  • maximale Zeit: 45 Minuten
  • Gruppengröße: maximal 30 Personen

Kontakt
mirko.bialas@muepe.org

Lilith Fendt

Person
Lilith Fendt, geboren 2002
Seit Juli 2025 bin ich Referentin der Jungen Menschen mit Behinderung – jumemb.
Zudem engagiere ich mich in der Jungen Selbsthilfe des Kindernetzwerks und in der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation. Ich spreche mit einem Talker und einer Buchstabentabelle.

Angebot
Ich halte Vorträge und beantworte danach gerne die Fragen der Zuhörer*innen. Dazu brauche ich meine Assistenz, die ich mitbringe, und genug Zeit, um zu antworten.

Bisher habe ich Texte zu folgenden Themen:

  • Leben mit Behinderung
  • Mein schwieriger Weg zur Kommunikation
  • Die jumemb Gruppe
  • „Mein echter Frosch“ (ein selbstgeschriebenes Märchen) und warum ich Geschichten schreibe

Gerne schreibe ich auch zu neuen Themen auf Anfrage.

Meine Texte sind bisher nicht in einfacher Sprache, dazu müsste ich sie anpassen. Bisher habe ich vor Schulklassen, in Berufsschulen, bei Kongressen, in Gremien und vor Politiker*innen gesprochen.

Kontakt
l.fairy@posteo.de

Foto Kerstin Klingelhöffer

Person
Nach einem Schlaganfall im Herbst 2011 erwachte ich aus dem Koma. Seither lebe ich ein Leben als Körperbehinderte. Sehr mühsam kämpfte ich mich in mein Leben zurück.
Ich war einfach verunsichert. Ich hatte mich getrennt und lebte zusammen mit meiner Tochter, die im Grundschulalter war. Ich konnte im Rollstuhl fahren. Vieles konnte ich nicht mehr.
Einiges kam wieder, manches ergab sich nach der Wiedererweckung, kam wie von selbst unter Dach und Fach.

Angebot
Vortrag (10 bis 20 Minuten) mit Fragerunde für etwa 10 bis 20 Personen nach Vereinbarung:
Wie geht's weiter?
Warum es mir nach wie vor erscheint wie ein Abenteuer, was ich erlebte und was man über die Langzeitwirkung von Reha wissen sollte, erzähle ich Ihnen gerne. Auch über den soften Wiedereinstieg in den Beruf und die Gestaltung meines Alltags kann ich erzählen.

Kontakt
Kerstin.klingelhoeffer@gmail.com

Foto Oswald Utz

Person
Oswald Utz
Ich bin 1965 geboren und habe eine angeborene Behinderung. Im Alltag bin ich auf einen Elektro-Rollstuhl und auf Assistenz angewiesen.

Angebot

  • gewünschte Form des Gesprächs: alles vorstellbar
  • mögliche Themen: Käme auf den Auftraggeber an (Schule, Firma, …)
  • Dauer des Vortrags: nicht länger als 90 Minuten
  • zusätzliche Bedingungen: nach Absprache

Kontakt
E-Mail-Adresse: oswaldutz@googlemail.com

Organisationen

Logo ApK München

Angehörige und Zugehörige von Menschen mit einer psychischen Erkrankung sind mitbetroffen, wenn jemand eine psychische Krise hat. Die Aktionsgemeinschaft der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen, ihrer Freunde und Förderer München e.V. (ApK München e.V.) bietet Selbsthilfegruppen und Unterstützungsangebote speziell für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen an.
Die Arbeitsgemeinschaft vertritt deren Interessen in sozialpolitischen Gremien in München und im Landkreis.

Angebot
Als ApK München bieten wir unter anderem Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen an. Die Angebote gründen auf spezifisches Erfahrungswissen und die Perspektive von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen.
Dies ist eine Auswahl unserer Themen:

  • Belastungen von Angehörigen und Unterstützungsmöglichkeiten
  • Umgang mit Menschen, die eine psychische Krise haben (aus Angehörigensicht)
  • Trauer- und Verlusterfahrung von Angehörigen
  • Ex-IN-Angehörigenbegleitung: Erfahrungen, Herausforderungen, Entwicklungen; (EX-IN ist die Abkürzung für „Experienced Involvement“ und bedeutet soviel wie „Beteiligung Erfahrener“)
  • WISE – Erfahrungswissen der erwachsenen Kinder psychisch erkrankter Menschen für das professionelle Hilfesystem (gemeinsam mit dem Verein Seelenerbe e.V.)
  • Vorstellung der ApK München und ihrer Angebote
  • Erfahrung in der Selbsthilfe in München und in Oberbayern

Art und Dauer der Veranstaltung, Thema, Zielgruppe und Gruppengröße sowie Honorar besprechen wir gerne individuell.

Barrierefreiheit
Unsere Räume sind nicht barrierefrei. Wir besuchen gerne Ihre Einrichtung in München und in Oberbayern.

Kontakt
ApK München e.V.
Landsberger Straße 139, Rückgebäude
80339 München
2. Stock (ohne Aufzug, also nicht barrierefrei)

E-Mail: info@apk-muenchen.de
www.apk-muenchen.de

Logo BASTA

Einrichtung

  • BASTA Bündnis für psychisch erkrankte Menschen e.V.
  • Form der Behinderung: seelische Behinderung, psychische Erkrankungen
    Erfahrung: Erfahrungsexpert*innen durch persönliche Betroffenheit, Psychiatrieaufenthalte.
    Diese Erlebnisse müssen reflektiert und verarbeitet sein, ebenso muss eine* BASTA-Erfahrungsexpert*in „stabil“ sein. Das heißt, eine* Erfahrungsexpert*in darf sich nicht in einer aktuellen Episode oder Psychose befinden. Die Person soll sich nicht überfordern. Andernfalls funktioniert der Antistigma-Effekt nicht und negative Vorurteile werden bestätigt.

Angebot

  • Zielgruppe: Schüler*innen ab der 10. Klasse von Mittelschule, Realschule und Gymnasium sowie Berufsschüler*innen, Teilnehmende am Freiwilligen Sozialen Jahr und am Bundesfreiwilligendienst
  • Unser Schulprojekt besteht aus dem BASTA-Koffer mit Material und Anleitung für eine Unterrichtssequenz zum Thema (3 bis 4 Schulstunden) und als zentralen Abschluss einer Begegnungsstunde (Doppelstunde)
  • Bei der Begegnungsstunde besuchen eine* Erfahrungsexpert*in und eine* berufliche Expert*in (Ärztin, Mitarbeiter*in des Sozialpsychiatrischen Dienstes, Fachpfleger*in Psychiatrie) die am Schulprojekt teilnehmende Klasse. Die* Erfahrungsexpert*in stellt mit ihrem* biografischen Bericht eine emotionale Verbindung zu den Schüler*innen her. Durch den biografischen Bericht wird das „Tabu“ gebrochen und offen über die Erfahrungen mit der Erkrankung und die Reaktionen der Menschen darauf berichtet. Dadurch gibt es eine Grundlage für ein offenes Gespräch in der Klasse her. Die* Erfahrungsexpert*in moderiert und steht für Fragen zu andern Erkrankungsbildern oder -verläufen zur Verfügung. Auch Wissenswertes über das Hilfesystem, die Wirkweise von Medikamenten und über Aspekte der Forschung wird thematisiert.
  • Inhalt des Erfahrungsberichts: Ersterkrankung (Ursachen, Auslöser der Erkrankung), erster Psychiatrieaufenthalt, Umgang mit der Diagnose, (schwierige) Rolle der Angehörigen, Erfahrungen mit Rückfällen und weitere Episoden, Erfahrungen mit unterschiedlichen Therapieansätzen, Umgang mit der Erkrankung im Alltag, Frühwarnzeichen, Perspektiven für die eigene Zukunft 
  • Dauer: Standard 90 Minuten (Doppelstunde)
  • Zusätzliche Bedingung: Die* Lehrer*in hat uns eingeladen. Sie* hat das BASTA-Schulpaket und damit die Schüler*innen bereits „abgeholt“. Die Schüler*innen haben sich bereits über eigene Vorstellungen, mögliche Vorurteile und fehlendes genaues Wissen ausgetauscht und konnten schon eigene Fragen sammeln.
    Die Gruppengröße: Zwischen 20 und 30 Schüler*innen (Schulklassengröße) ab 16 Jahre.

Barrierefreiheit

Wir führen das Projekt generell in den Räumen der Schulklassen durch.

Kontakt

BASTA
Möhlstraße 26,
81675 München

Telefon: 089 4140-6674
E-Mail: info@bastagegenstigma.de
www.bastagegenstigma.de

Logo Drogennotdienst L43

Einrichtung
Der Drogennotdienst „L43“ ist ein niedrigschwelliges Akuthilfezentrum für Drogenkonsument*innen im Stadtzentrum von München. Das Angebot umfasst eine Notschlafstelle, einen Kontaktladen mit Cafébetrieb und eine 24-Stunden-Beratungsstelle. Der Drogennotdienst ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr erreichbar.

Angebot
Was wir möglich machen:

  • Besichtigung der Einrichtung gemeinsam mit Mitarbeiter*innen des Drogennotdienstes
  • Gerne beantworten die Mitarbeiter*innen Ihre Fragen rund um das Thema Drogenkonsum.
  • Gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, mit Erfahrungsexpert*innen ein moderiertes Gespräch zu führen und so aus erster Hand etwas über die Lebensrealität drogenkonsumierender Menschen zu erfahren.

Gruppengröße und Voraussetzungen:

  • maximal 15 Personen
  • Teilnahme ab 18 Jahren
  • Dauer: 90 Minuten
  • Ihr Interesse und Ihre Bereitschaft zu einer unvoreingenommenen Begegnung setzen wir voraus.

Unsere Einrichtung kann von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen leider nur im Erdgeschoss besichtigt werden. Am Eingang befindet sich eine zwei Zentimeter hohe Schwelle. Die Toilette im Erdgeschoss ist nicht barrierefrei. Es gibt keinen Aufzug zu den oberen Stockwerken, wo sich die Notschlafstelle befindet.

Kontakt
Drogennotdienst München L43
Landwehrstraße 43
80336 München
www.prop-ev.de

Ansprechpartnerin:
Regina Radke, Einrichtungsleitung
regina.radke@prop-ev.de
Tel.: 089 54 90 86 10

Haftungsausschluss

Die Landeshauptstadt München, Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, stellt die Informationen über die Erfahrungsexpert*innen und über die Einrichtungen aufgrund deren Angaben zusammen. Sie haftet nicht für die Richtigkeit der Angaben.

Die Landeshauptstadt München, Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, übernimmt keine Vermittlungsaufgaben und haftet nicht für den Inhalt der Gespräche oder deren Gelingen.
Die Erfahrungsexpert*innen handeln nicht im Auftrag der Landeshauptstadt München.